Feste Beziehungen unter Säugetieren
Lebensweisen bei Säugetieren
Im Meer sind Tiere in großen Herden unterwegs, teilweise kommen mehrere hundert bis tausend Artgenossen zusammen. Da stellt sich die Frage, wie es mit der Lebensweise untereinander aussieht. Wie ist die Rangordnung geregelt?
Bei Delfinen werden solche Herden als Schulen bezeichnet, die verschiedene Formen annehmen können. Es gibt Gruppen, die nur aus Jungtieren bestehen. Im Regelfall setzt sich eine Schule aus Delfinen verschiedener Altersklassen zusammen. Mütter versorgen ihre Kinder und bringen ihnen soziales Verhalten bei. Dies ist bei Delfinen wichtig, da ihr Überleben vom richtigen Verhalten abhängig ist. Wer in der Rangordnung nicht klar kommt, oder sich mit den falschen Artgenossen anlegt, wird aus der Schule ausgestoßen oder umgebracht. Revierkämpfe und Rivalität spielen eine große Rolle und diese müssen auch erst erlernt werden. Dabei gewinnt der Stärkste und der Schwächere zieht den Kürzeren. Nun kommt der Schluss nahe, dass es auch einen Vater gibt. Denn ein Mann symbolisiert in der Gesellschaft Stärke und Macht, er bringt den Kindern bei, wie sie sich im Leben behaupten können. Doch diesen Part übernimmt bei Delfinen tatsächlich die Mutter. Es gibt keine feste Beziehung unter Meereslebewesen, ein Single im menschlichen Sinne existiert nicht. Jeder ist auf sich alleine gestellt und der Stärkere gewinnt.
Polygamie unter Wasser
Delfine führen eine polygame Lebensweise, eine feste Beziehung im Sinne einer Monogamie kennen sie nicht. Jeder hat mit jedem Sex und keiner ist sauer auf den anderen. Der Lustakt kann nur von einem Rivalen unterbrochen werden, der mit einem bestimmten Weibchen Spaß haben will. Delfine sind neben dem Menschen die einzigen Lebewesen auf der Erde, die Sex nur zum Vergnügen betreiben.
Eine monogame Lebensweise widerspricht der Natur. Tiere und Menschen müssen miteinander Sex haben, damit die besten Gene weitergegeben werden. Wenn ein besonders starker Mann sich nur mit einer einzigen Frau fortpflanzt, wird sein wertvolles Erbgut nur an einen Nachkommen weitergegeben. Dies ist nicht im Sinne der Evolution, die eine weitreichende Verbreitung des Stärkeren zum Ziel hat. Andere Tierarten sind unfreiwillig monogam, da nach dem Sex ein Elternteil verstirbt, oder vom Partner aufgefressen wird. Symbiosen von verschiedenen Tierarten können als eine Art feste Beziehung angesehen werden. Dabei profitieren beide Parteien voneinander, obwohl sie nichts miteinander zu tun haben. Sie bilden eine Wohngemeinschaft, in der jeder seine feste Rolle erfüllt.
Gefühle machen den Unterschied
Tiere kennen keine Ethik und Gefühle, sie können weder lesen noch schreiben. Deshalb würde ihnen Monogamie nichts bringen, da sie viele Nachkommen zum Fortbestand ihrer Art benötigen. Der Mensch ist allerdings nicht auf solche Rivalenspielchen angewiesen, es müssen nicht zwingend die besten Gene fortgepflanzt werden. Durch die moderne Medizin können die meisten Krankheiten geheilt werden und auch schwächere Individuen überleben. Es zählt nicht die Muskelmasse, sondern die Intelligenz. Wer etwas erreichen will, muss schon lange nicht mehr der Stärkste sein. Doch Tiere unterliegen anderen Gesetzen, sie haben keine Hilfsmittel wie die Menschen. Deshalb muss das beste Männchen alle Weibchen befruchten, damit eine Art überleben kann.
Eine seriöse Partnervermittlung kann Menschen anhand ihrer Persönlichkeitsmerkmale zusammenbringen. Zwar spielt Aussehen eine gewisse Rolle, doch wenn es grundlegend passt, zählt der Charakter. Wenn zwei Menschen zusammen keinen Spaß haben, bringt auch das beste Aussehen nichts. Es passt einfach nicht. In der Welt von Delfinen würde die Sache anders laufen. Das Tier mit den stärksten Muskeln würde sich alle Weibchen schnappen, während Konkurrenten qualitativ schlechtere Partner wählen müssten. Sie dürfen sich erst vergnügen, wenn der Starke seinen Spaß hatte. Auch wenn das hart klingen mag, sind dies die Gesetze der Natur. Als der Mensch noch in Höhlen lebte, war sein Leben genauso gestaltet. Das stärkste Individuum durfte sich die Frauen auswählen, während die Konkurrenz geduldig warten musste.